Harte Berufsbedingungen sind kein Geheimnis:
Sie werden schon in der Einführungsliteratur je nach archäologischer Disziplin in unterschiedlichem Umfang kommuniziert. Später wird die Situation in der Regel beeinflusst von individuellen Faktoren stark subjektiv erlebt.
Trotz der erheblichen Konsequenzen sowohl für jedes professionell-archäologische Individuum wie auch für unsere Wissenschaft als Ganzes wird die Situation so gut wie immer regelrecht verdrängt – obwohl paradoxerweise eine Lösung verhältnismäßig einfach zu erreichen ist.
Der am einfachsten quantifizierbare Ausgangspunkt für die Diskussion findet sich im finanziellen Bereich.
Trotz der erheblichen Konsequenzen sowohl für jedes professionell-archäologische Individuum wie auch für unsere Wissenschaft als Ganzes wird die Situation so gut wie immer regelrecht verdrängt – obwohl paradoxerweise eine Lösung verhältnismäßig einfach zu erreichen ist.
Der am einfachsten quantifizierbare Ausgangspunkt für die Diskussion findet sich im finanziellen Bereich.
Die drei Phasen des archäologietypischen Professionsverlaufs
Die erste Phase ist die des Studiums. Für die als Vollzeit-Tätigkeit konzipierte Hochschulbildung fallen geringe Kosten an. Dem stehen vergleichsweise hohe private Kosten für die Lebenshaltung in dieser Zeit gegenüber. Ein Studium der Archäologie dauert im Schnitt etwas länger als das anderer Fächer. Fachnahe Nebenerwerbstätigkeiten existieren in vergleichsweise hohem Maße. Zur Finanzierung sind dennoch (zusätzlich) BAföG und familiäre Hilfszahlungen häufig nötig. Das deutsche Bildungssystem sieht den Bachelorabschluss8 als Endzeitpunkt für Phase 1 vor, der in der Regel im Lebensalter von 20 bis 24 Jahren erreicht wird.
Die zweite Phase beginnt mit der Verlagerung des zeitlichen Arbeitsschwerpunktes weg vom Studium hin zu einer hauptberuflichen Erwerbstätigkeit („Berufseinstieg“). In der Praxis setzen Arbeitgeber allerdings für viele Stellen systematisch höhere Anforderungen als den Bachelor (den Master bzw. mehr oder weniger implizit die Promotion) voraus. Es wird also erwartet, dass diese weitere Qualifikation zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erworben wird.
Die Masterqualifikation erfordert wegen den formal und gesellschaftlich ähnlichen Bedingungen zum Bachelor (Struktur, Dauer, Finanzierung) normalerweise noch keine größere Änderung der Lebensverhältnisse. Nach ihrer Regelstudienzeit führt die Masterqualifikation zu einer Verzögerung des Eintritts in die hauptberufliche Erwerbstätigkeit um wenigstens zwei weitere Jahre, also erst im Lebensalter von 22 bis 26 Jahren.
Die Promotionsqualifikation unterscheidet sich sowohl in ihrem Zweck als auch in den formalen und gesellschaftlichen Bedingungen grundsätzlich von den beiden vorhergehenden Qualifikationen.
Arbeitsverhältnisse sind in Phase zwei zwecks besagter Weiterqualifikation üblicherweise zeitlich beschränkt, zum Beispiel auf die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit und/oder auf eine Dauer von einem halben bis zu drei Jahren). Sie gehen oft mit Arbeitgeber- und Wohnortwechseln einher. Die Dauer der Phase zwei ist individuell stark unterschiedlich und dauert mindestens einige Jahre - sie kann aber auch einen Großteil des Erwerbslebens ausmachen. Eine erfolgreiche Master- oder Promotionsqualifikation bedeutet nicht automatisch das Ende von Phase zwei.
Die dritte Phase beginnt mit der unbefristeten und vollzeitlichen Festanstellung („Vollberufstätigkeit“). Ab diesem Zeitpunkt kommt es zur (weitgehenden) Äquivalenz zwischen Arbeitszeit und Finanzierung, wenngleich nicht alle geleisteten fachbezogenen Tätigkeiten vollständig vergütet werden (Forschung, Vorträge usw.). Phase drei endet mit dem Renteneintritt.
Die zweite Phase beginnt mit der Verlagerung des zeitlichen Arbeitsschwerpunktes weg vom Studium hin zu einer hauptberuflichen Erwerbstätigkeit („Berufseinstieg“). In der Praxis setzen Arbeitgeber allerdings für viele Stellen systematisch höhere Anforderungen als den Bachelor (den Master bzw. mehr oder weniger implizit die Promotion) voraus. Es wird also erwartet, dass diese weitere Qualifikation zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erworben wird.
Die Masterqualifikation erfordert wegen den formal und gesellschaftlich ähnlichen Bedingungen zum Bachelor (Struktur, Dauer, Finanzierung) normalerweise noch keine größere Änderung der Lebensverhältnisse. Nach ihrer Regelstudienzeit führt die Masterqualifikation zu einer Verzögerung des Eintritts in die hauptberufliche Erwerbstätigkeit um wenigstens zwei weitere Jahre, also erst im Lebensalter von 22 bis 26 Jahren.
Die Promotionsqualifikation unterscheidet sich sowohl in ihrem Zweck als auch in den formalen und gesellschaftlichen Bedingungen grundsätzlich von den beiden vorhergehenden Qualifikationen.
Arbeitsverhältnisse sind in Phase zwei zwecks besagter Weiterqualifikation üblicherweise zeitlich beschränkt, zum Beispiel auf die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit und/oder auf eine Dauer von einem halben bis zu drei Jahren). Sie gehen oft mit Arbeitgeber- und Wohnortwechseln einher. Die Dauer der Phase zwei ist individuell stark unterschiedlich und dauert mindestens einige Jahre - sie kann aber auch einen Großteil des Erwerbslebens ausmachen. Eine erfolgreiche Master- oder Promotionsqualifikation bedeutet nicht automatisch das Ende von Phase zwei.
Die dritte Phase beginnt mit der unbefristeten und vollzeitlichen Festanstellung („Vollberufstätigkeit“). Ab diesem Zeitpunkt kommt es zur (weitgehenden) Äquivalenz zwischen Arbeitszeit und Finanzierung, wenngleich nicht alle geleisteten fachbezogenen Tätigkeiten vollständig vergütet werden (Forschung, Vorträge usw.). Phase drei endet mit dem Renteneintritt.
Finanzielle Belastung und die daraus resultirenden Konsequenzen
Die Einteilung zeigt, dass Archäologen zum Zwecke ihrer Berufsausübung in allen Berufsphasen eine private Finanzierung beisteuern. In Phase zwei ist diese Belastung unübersehbar am höchsten. Dafür sind folgende Faktoren verantwortlich:
Diese Faktoren führen zu folgenden Konsequenzen:
Diese Konsequenzen führen in der Praxis zu einer erheblichen Verringerung der Personenanzahl, die die Phase zwei überhaupt erfolgreich abschließen kann. Der Reduzierungsprozess findet stärker während der Promotion als im Master statt und führt zu zwei grundsätzlichen Fragen:
Auch nach dem Renteneintritt produzieren manche Archäologen/-innen weiter professionelle Leistungen. Gegenwärtig geschieht dies in der Regel ohne finanzielle Notwendigkeit. Diese Tätigkeiten sind daher nicht Teil des hier skizzierten Berufslebens.
Zur genaueren Beantwortung dieser beiden Frage müssen zunächst einige weitere Zahlen von grundsätzlicher Bedeutung in die Debatte eingeführt werden.
- Erwartung einer höheren Qualifikation durch die Arbeitgeberseite
- Erfüllung der Erwartungshaltung einer höheren Qualifikation durch die Arbeitnehmerseite
- Ein unzureichendes Finanzierungssystem für Master- und Promotionsqualifikationen, in dem der Einsatz privater Finanzmittel einen großen Vorteil bedeutet, weil er die Qualifikationszeit verringert
Diese Faktoren führen zu folgenden Konsequenzen:
- Regelhafter Einsatz von Privatmitteln für die Weiterqualifikation
- Dadurch Zeitverluste durch Doppelbelastung (Erwerbstätigkeit + Weiterqualifikation)
- Dadurch finanzielle Verluste (keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit)
- Verzögerter Aufbau von Berufserfahrung
- Verringerung der gesellschaftlichen Wirtschaftsleistung
Diese Konsequenzen führen in der Praxis zu einer erheblichen Verringerung der Personenanzahl, die die Phase zwei überhaupt erfolgreich abschließen kann. Der Reduzierungsprozess findet stärker während der Promotion als im Master statt und führt zu zwei grundsätzlichen Fragen:
- Wieviel Zeit muss ich investieren?
- Wie viel Privatvermögen kann ich dafür investieren?
Auch nach dem Renteneintritt produzieren manche Archäologen/-innen weiter professionelle Leistungen. Gegenwärtig geschieht dies in der Regel ohne finanzielle Notwendigkeit. Diese Tätigkeiten sind daher nicht Teil des hier skizzierten Berufslebens.
Zur genaueren Beantwortung dieser beiden Frage müssen zunächst einige weitere Zahlen von grundsätzlicher Bedeutung in die Debatte eingeführt werden.